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                                                                Skooter, Skooter, oh la la !!!                                                                                                                                                                                                                                                                        Ja richtig, ich fahre Skooter! Die Anlaufzeit war etwas lang und schwierig. Ist es doch schon recht riskant mit dem Auto in Dakar herumzufahren, so hatte ich eigentlich Angst mich auf einen Skooter zu setzten. Ausserdem ist da auch noch der viele Sand, der auf den Strassen liegt. Sand auf einer Teerstrasse ist wie Schnee auf den Strasse bei uns. Unvermittelt beginnt man zu schlingern und muss den Skooter auffangen. Dazu braucht es Kraft und vor allem Reaktion. Ich stellte mir das richtig riskant vor. Also liess ich es immer wieder bleiben. Dabei steht ein richtiges Bijoux in meiner Garage. Er sieht aus wie eine Vespa, hat jedoch keine Gangschaltung. Gas geben und bremsen, damit hat sich’s. Eigentlich keine Zauberei? Na ja, für mich und meine alten Knochen ist dieses Möbel schwer. Nur alleine schon den „deux rouls“ auf den Ständer zu stellen ist ein Kraftakt für mich.                                                                                                                                                                                         Nun haben wir seit etwa sechs Monaten enorme Verkehrsprobleme in der City. Alle grossen Hauptstrassen sind im Moment gesperrt, weil riesige Bauarbeiten im Gange sind. Unser Präsident will noch schnell für die Neuwahlen nächstes Jahr die ganze Stadt umbauen. Es soll tolle, moderne Strassen mit Unterführungen und Brücken geben. Alles vom Feinsten. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden. Nur, dass jetzt eine Fahrt mit dem Auto in die Stadt statt 30 Minuten etwa 2 Stunden dauert. Mit dem Skooter ist das immer noch in 30 bis 40 Minuten zu schaffen. Also habe ich mir einen Stoss gegeben und mich auf dieses Ding gesetzt. Und siehe da, es macht mir sogar Spass! Eine andere Welt hat sich mir aufgetan, es ist wirklich spannend.                                                                                                                                                                      Wenn ich mich durch den Verkehr schlängle habe ich viel mehr Kontakt zu den Leuten. Sie lachen mir zu und sind sehr zuvorkommend. Da muss ich auf einer Kreuzung wie alle Verkehrsteilnehmer anhalten. Natürlich mache ich es wie alle andern Skooterfahrer, ich fahre bis ganz nach vorne an die Kolonne. Der Polizist der den Verkehr regelt schaut mich kritisch an. Ich habe aber nichts falsch gemacht. Trotzdem kommt er auf mich zu und sagt mir: Madame, das ist ein sehr schöner Skooter, geben sie ihn mir. Ich lache, bedanke mich für das Kompliment, sage ihm dann, selbstverständlich, ich gehe dann gerne zu Fuss die restlichen 20km bis in die Parcelles. Er schaut mich an und lacht. Dann meint er, dass das wohl zuviel verlangt sei und lässt mich weiterfahren, obwohl der Rest der Kolonne noch warten muss. Jedes Mal wenn ich ihn wieder treffe, grüsst er mich, lacht mir zu und lässt mich vor allen andern passieren.                                                                                                         Ich will in das Büro der Versicherung. Vor dem Haus ist der Platz gekachelt. Als ich wieder wegfahren will, schaffe ich es nicht den Skooter vom Ständer zu nehmen. Er rutscht einfach auf dem Ständer weiter, da die Kacheln keinen Widerstand bieten. Ich versuche es einige Male, dann muss ich atemlos innehalten. Die Wächter vor dem Haus lachen mir zu. Einer steht auf um mir zu helfen. Dann sagt er: aber Mama, Du bist doch zu alt für einen Skooter. Warum fährst Du denn nicht mit einem Auto. Hast Du keine Probleme mit dem Luftzug auf dem Roller? Deine Knochen sind doch zu alt und Du bekommst dann Rheuma. Ich bin ehrliche gesagt etwas schockiert, denn sooooo alt fühle ich mich nun wirklich nicht! Ich weiss aber auch, dass hier das Alter sehr geehrt wird und diese Aussage sehr wohlwollend gemeint ist. Daher zwinge ich mich zu einem Lachen, sage, dass es mir viel Spass macht und fahre los.                                                                                                                         Oft gehe ich mittags ins Schwimmbad. Dann lasse ich meinen Skooter direkt gegenüber dem Eingang, unter den Augen des Wächters. Dieser freut sich immer, wenn ich komme: Bringst Du mir mein Bijou wieder? Ich werde gut auf ihn aufpassen. Wenn ich dann wieder wegfahren will, sagt er mir, dass er meinen Skooter vermissen werde, da der jetzt sein Freund geworden sei. Wenn er mich ohne Skooter sieht, ruft er mir zu: wo ist mein Freund?                                                                     Wenn ich in die Bank am „place de l’independace“ gehen muss, gebe ich meinen Skooter in die Obhut von einigen Bettlern. Dafür gebe ich ihnen immer ein wenig Geld. Sie kennen mich nun und kommen sofort, um auf meinen Roller aufzupassen. Dann war ich in der Bank während es zu regnen anfing. Der Regenschauer war kurz und heftig. Mist, werde einen total nassen Skooter vorfinden, denke ich. Zu meinem Erstaunen ist mein Skooter jedoch total trocken. Die Bettler lachen, sie haben ihn in meiner Abwesenheit mit einem grossen Karton zugedeckt. Welch ein Service! Als ich mich freue, sind sie ganz glücklich. Natürlich gebe ich ihnen auch ein entsprechendes Trinkgeld.                                                                                                        In den letzten 4-5 Wochen bin ich nun leider nicht mehr viel mit meinem Skooter gefahren. Dafür hat es zu viel geregnet und die Strassen sind voller Wasser und Schlamm. Auch wird jetzt sehr viel Sand auf die Strassen geschwemmt, so dass ich es vorziehe, wieder mit dem Auto unterwegs zu sein. Ich freue mich aber schon auf die Zeit nach der Regenzeit, wenn ich wieder mit meinem kleinen Bijou herumflitzen kann. Ich kann auf diese Weise viel mehr erledigen, bin schneller an Ort und Stelle und habe dazu noch ganz viel Spass.                                                                                                                       21.09.2006   Ruth Isenschmid          

             Auberge Keur Diame-Parcelles assainies unité 15-Villa n° 15-Dakar(Sénégal)-Hotel-Chambres d’hotes-Pension                                                           Tel : +221 33 855 89 08  (+221 33 855 27 77)